Modernisierungsprogramm Brücken

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Ausgangslage

Die DB InfraGO unterhält in Deutschland mehr als 25.700 Eisenbahnbrücken unterschiedlicher Bauart. Über 11.000 Eisenbahnbrücken sind mehr als 100 Jahre alt. 

Sämtliche Eisenbahnbrücken werden von der DB alle drei Jahre inspiziert und einmal im Jahr im Rahmen einer Begehung in Augenschein genommen. Die betriebliche Sicherheit jeder einzelnen Brücke ist damit gewährleistet. Bei Bedarf werden auch Gutachten von externen Sachverständigen eingeholt. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) als zuständige Aufsichtsbehörde ist immer involviert.

Wie alle anderen Anlagen muss auch diese große Menge an Brücken kontinuierlich modernisiert, saniert und instand gehalten werden.

Um unsere Instandhaltung zu optimieren, haben wir diese bis 2018 komplett standardisiert und digitalisiert. So nutzen unsere Expert:innen vor Ort zum Beispiel eine App, die ihnen auch mobil stets alle zur Zustandsbewertung der Brücken benötigten Daten zur Verfügung stellt.

Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV)

Die für die Sanierung und Modernisierung der Eisenbahnbrücken eingesetzten Mittel waren vor Inkrafttreten der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung II (LuFV II) begrenzt. Es ist ein Nachholbedarf entstanden, der nun von Bund und Bahn gemeinsam angegangen wird und abgebaut werden soll. 2015 bis 2019 setzte die Bahn das seinerzeit größte Modernisierungsprogramm ihrer Geschichte um – mit einem Investitionsvolumen in die Infrastruktur von 28 Milliarden Euro. Grundlage war die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung mit dem Bund (LuFV II), die über ihre Laufzeit von 10 Jahren mit über drei Milliarden Euro auch umfangreiche Gelder für die Erneuerung von Eisenbahnüberführungen vorsah. Hinzu kamen der Bau und die Sanierung von Fußgängerüberführungen, die Erneuerung von Durchlässen bzw. der Ersatz von Bahnübergängen durch neue Brücken sowie Sanierungsarbeiten an Brücken, die von der DB InfraGO im Rahmen der regelmäßigen und kontinuierlichen Instandhaltung durchgeführt werden. Insgesamt wurden in dem genannten Zeitraum von 2015 bis 2019 um die 1.000 Brücken saniert. Die Substanz der Anlagen wurde deutlich verbessert.

900 Eisenbahnbrücken hat die DB zwischen 2015 und 2019 im Rahmen der LuFV II erneuert. Bei der Auswahl der zu erneuernden Brücken wurden neben der Zustandskategorie auch die Entwicklung des technischen Zustandes, die Belastung der Strecke (Anzahl Zugfahrten, Geschwindigkeit, Achslast ...) und die betrieblichen Belange berücksichtigt. 

Selbstverständlich wird auch nach 2019 kontinuierlich weiter in die DB-Brücken investiert. Konkret sieht die LuFV III bis 2029 die vollständige bzw. teilweise Erneuerung von insgesamt 2.000 Brücken vor. In den ersten fünf Jahren stehen dafür mit rund vier Milliarden Euro nochmals mehr Gelder als bisher bereit. Für den Zeitraum von 2025 bis 2029 sollen nach jetzigem Stand weitere rund fünf Milliarden Euro in die Brücken fließen. 

 

Herausforderungen

Die Modernisierung einer Brücke ist langwierig und dauert in der Regel mehrere Jahre. Dabei beansprucht nicht nur der eigentliche Bauprozess Zeit, sondern auch die Genehmigungsplanung (Vorbereitungen) sowie die anschließenden Inbetriebnahmeprüfprozesse (Nachbereitung). Zum Tragen kommen auch die in der Regel langen Planungs- und Genehmigungszeiten oder gesondert durchzuführende Prüfungen aufgrund von Naturschutz oder von Anliegen von Bürgerinitiativen.Dies wird dazu führen, dass viele Sanierungsmaßnahmen, die sich derzeit im Rahmen des LuFV III – Programms in Bearbeitung befinden, erst zum Ende des Anrechnungszeitraums, also 2029, fertig gestellt sein werden.Um den Hochlauf an Baustellen zu bewältigen, der sich daraus in den  kommenden Jahren ergibt, und die Abarbeitung der einzelnen Brückenbaustellen zu beschleunigen, wird es notwendig sein, verschiedene Brückensanierungen in den Regionen gebündelt zu bearbeiten und baubetrieblich anzumelden.

 Außerdem setzen wir vermehrt darauf, Brücken nach einer standardisierten Bauweise zu planen und zu bauen. Einzelbaumaßnahmen werden in Paketen gebündelt, was zusätzlich Kosten reduziert und den Bauprozess beschleunigt.Wichtig wird es auch sein, die Beeinträchtigung unserer Kunden durch die vielen Baustellen möglichst gering zu halten und so kundenfreundlich wie möglich zu bauen. Planbarkeit, Verlässlichkeit und rechtzeitige Baustelleninformationen sind hierfür unerlässlich. Erste Erfolge sind messbar: Die baubedingten Verspätungen konnten im letzten Jahr trotz  gestiegener Bauaktivität deutlich reduziert werden.